Eigentlich recherchiere ich gerade einen Artikel über die Merkmale der “Next Generation Content Management“, merke dabei aber, dass hier noch einige Grundlagen über die veränderten Rahmenbedingungen dokumentiert werden müssen.
Wer sich mit den Eigenarten des “Social Interaction Design” oder ganz allgemein auch mit den Merkmalen von sozialen Vernetzungsphänomenen (aka Facebook, Twitter oder allgemein Social Networking, Social Messaging etc) beschäftigt, wird nicht um den Begriff des “Social Object” umhin kommen. Neben den motivationalen Faktoren für die Teilnahme am Social Networking muss der Kontext des Social Networking analysiert werden – und dieser entsteht um die “sozialen Objekte”, die Personen empfehlen, kommentieren und favorisieren.
Die Idee vom “Social Object” wird auf Jyri Engeström (ehemaliger Gründer vom Twitter-Clon Jaiku) und einen Vortrag auf der reboot-Konferenz zurückgeführt. Martin Lindner dokumentiert es wie folgt (Quelle):
Aufgebracht hat den Begriff “Soziales Objekt” im Zusammenhang mit dem Web 2.0 der finnische Blogger und Start-up-Gründer Jyri Engeström. 2005 hielt er auf der dänische reboot-Konferenz einen aufsehenerregenden Vortrag, bei dem er einen roten Wasserball ins Publikum warf.
Der Ball wurde über den Köpfen hin- und hergespielt, und Engeström sagte, das sei ein Beispiel für ein “soziales Objekt”: “Leute verbinden sich nicht einfach miteinander. Sie verbinden sich durch Objekte, das sie momentan teilen und auf das sie sich gemeinsam beziehen.” (#) Zwischen allen, die sich den Ball zuspielen, entsteht dann eine flüchtige soziale Beziehung. Und zusätzlich verbindet das gemeinsame Erlebnis das ganze Netzwerk.
Hier noch der Original-Beitrag in Jyri’s Blog zum Vortrag inkl. der Vortragsunterlagen.
Als Extrakt aus Martin Lindner’s Beitrag und ergänzt um z.T. neuere Beiträge hier eine kleine Empfehlungsliste für mehr Tiefe zum “Social Object”:
- Musing about Social Objects: Molluscs that Matter
- Conceptualising social networking capabilities: Connections, objects, power and affect
- Social Software Works In Triangles
- more thoughts on social objects
- “social gestures beget social objects”
- Thinking about social objects
- Building Sites Around Social Objects (Live from Web 2.0)
- What’s up with social objects?
- The Theory Behind Social Interaction Design
- Chapter 4: Social Object
Als wichtige Punkte zum “Social Object” lassen sich aus den diversen Beiträgen folgende Punkte zusammenfassen:
- “Soziale Objekte” sind der Kleb- und Lebensstoff von sozialen Netzwerken. “The nodes [aka social objects] appear before the network does.” (Das begründet auch, warum Social Messaging der E20-Treiber bzw. die Killer-App für Enterprise 2.0 Initiativen ist!)
- “Soziale Objekte” sind medialer Natur (sprich eine mediale Abbildung/Repräsentanz mit “ästhetischer und/oder sachlicher Information“), die zu einer sozialen Interaktion anregen! (Aber: Nicht jede Information hat das Potential für eine soziale Interaktion, weil sie keinen Anstoß bzw. Kontext aka “meaning and context of use” für eine “social gesture” bieten!)
- “Soziale Objekte” sind “eigenständige Datenobjekte [...], mit eigener URL, aus denen neue, eigentümliche Ketten und Strukturen entstehen“.
- Viele “soziale Objekte” zeichnen sich durch folgende Gemeinsamkeiten aus: Sie sprechen die Interaktionspartner persönlich an (“personal”), sie sind aktivierend (“active” – sprich motivieren zu einer Handlung aka “gesture”), sie sind provozierend (“provocative”) und sie motivieren zum “Teilen” mit anderen (“relational”). (Quelle: Participatory Museum)
Fazit: Das Konzept des “sozialen Objektes” ist ein dankbares Konstrukt für die Erklärung von funktionierenden sozialen Systemen (aka Enterprise 2.0 Intiativen aber auch “Conversational Marketing” bzw. Marketing 2.0).

Written by Bjoern Negelmann on 4. September 2011 – 13:39








[...] oben beschrieben handeln, wird durch die sozialen Softwareansätze belohnt. Inhalte werden hier zu sozialen Objekten, um die herum sich Gespräche und Interaktionen [...]
[...] Dienstes Pinterest für das Marketing fußt u.a. auch auf dieser Idee – hier können “Social Objects” im Bild-Format einfach und schnell gesammelt und über Themenlisten mit Freunden geteilt [...]